Geschichten
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Gedichte

      Stand:03.09.2009 

 

 

König Akbar und die längere Schnur

Es war einmal ein indischer König namens Akbar. Eines Tages spannte er  eine gerade Schnur und forderte seine Minister auf: "Schneidet diese Schnur  nicht ab, verknotet sie nicht, doch verkürzt sie auf eine  andere Art und Weise!" Da wunderten sich alle, wie die Schur verkürzt  werden könnte, ohne  abgeschnitten oder verknotet  zu werden.

Schließlich stand einer seiner weisesten Leute auf und spannte eine längere Schnur daneben. Durch diese zweite, längere Schnur wurde die erste automatisch verkürzt. Sie war nicht verknotet, nicht abgeschnitten und dennoch verkürzt worden.
Ähnlich sollen wir die Meinung eines anderen weder umbiegen noch beschneiden, sondern nur unsere eigene lange Schnur daneben spannen. Dann mögen die anderen entscheiden, was länger und was kürzer, - was besser oder schlechter ist. Wir sollen nicht für die anderen entscheiden, wir sollten ihnen nur unsere Wahrheit darlegen.
Entscheide Dich stets für die Liebe! Wenn Du Dich ein für allemal dazu entschlossen hast, wirst Du die ganze Welt bezwingen.
Die dienende Liebe ist eine ungeheure Kraft. Sie ist die allergrößte Kraft, und ihresgleichen gibt es nicht.

(Fjodor M. Dostojewski)

 

 

Vom Sinn der Aktivität. Tu was du kannst.

Ein Mann lebt in einem kleinen Haus an der Küste. Ein Sturm zieht auf und stürmt fünf Tage lang- ganz schrecklich. Als sich der Sturm etwas gelegt hat, beschließt der Mann an den Strand zu gehen und zu sehen, was sich geändert hat. Als er dort ankommt, sieht er Tausende von Seesternen am Strand.

Er denkt kurz nach, dann bückt er sich und packt einen Seestern und wirft ihn zurück ins Wasser und dann greift er den nächsten und wirft ihn zurück ins Meer und so weiter.

Da kommt ein Bekannter vorbei und fragt: "Was machst du da ?"  "Das ist doch sinnlos bei den Tausenden von Seesternen, die angeschwemmt wurden."

Da antwortet der Mann: "Für diese nicht."

--- ohne Autor

 

 

Der Fährmann

Ein Professor, seiner Gelehrtheit wegen weitbekannt, kam einmal auf einer seiner vielen Reisen an einen breiten Fluss, den er überqueren musste, um seinen Weg fortzusetzen. Weit und breit war keine Brücke zu sehen. Nach einiger Zeit des Suchens traf er auf einen Fährmann, den er bat, ihn überzusetzen. Das Boot war niedrig und schmal, und der Professor beobachtete, wie der Mann sich kraftvoll in die Ruder stemmte, wie er an Sandbänken zu seiner Stange griff und das Boot geschickt weiterschob. "Fährmann", fragte der Gelehrte nachdenklich "hast du eigentlich eine Schule besucht ?" "Nein, Herr." "Kannst du lesen ?" "Nein, Herr." " Hat man dir überhaupt etwas beigebracht ?" "Nein Herr." "Dann hast du ja dein halbes Leben vertan !" Schweigend setzten sie die Fahrt fort und näherten sich langsam der Mitte des Flusses. Ein heftiger Wind bewegte das Wasser. Die Wellen wurden höher, und das Boot schwankte immer stärker. Der Wind wurde zum Sturm und das Gesicht des Professors bleich und grün. Jeden Augenblick drohte der Kahn umzukippen. Da rief der Fährmann laut durch das Getöse der Wellen: "Gelehrter Herr, könnt ihr schwimmen ?" "Nein" war die verzweifelte Antwort. "Hat man Euch auf der Schule nicht das Schwimmen beigebracht ?" Der Professor stöhnte: "Doch, wir haben etwas über das Schwimmen gelesen, aber schwimmen gelernt haben wir nicht." Dann habt ihr nun euer ganzes Leben vertan !"

 

(aus Gute Geschichten)

 

 

Kabir und der Skorpion

Es gibt eine Begebenheit im Leben des Heiligen Kabir, der auf seinem Weg einen  Skorpion sah der ins Wasser gefallen war und sich so in einer schlimmen  Lage befand. Kabir versuchte den Skorpion zu ergreifen, um ihn aus dem Wasser  zu nehmen und aufs Trockene zu setzen. Aber als er versuchte, das Tier zu berühren, stach es ihn, und das tat so weh, dass  er seine Hand ein wenig zurückziehen musste. Nach einer Weile streckte  er seine  Hand wieder aus, aber der  Skorpion gab ihm wieder einen heftigen Stich. So musste der heilige Kabir seine verletzte Hand ein zweites mal zurückziehen. Nichts desto weniger versuchte er wiederholt seine Hand auszustrecken um  den Skorpion zu erfassen. Da beugte sich sein Begleiter zu ihm herüber und fragte: "Was machst  Du da? Weißt Du denn nicht, dass er dich wieder stechen wird?" Kabir antwortete: "Doch ,ich weiß es." Warum streckst Du dann Deine Hand aus? "Willst du dich denn immer wieder stechen lassen ?" Kabir antwortete: "Ich strecke nicht meine Hand aus, um mir Stiche zu holen, sondern um ihm zu helfen!" Da meinte der andere: "Du versuchst ihm zu helfen; doch er hat die Gewohnheit zu stechen. "Darauf antwortete Kabir. "Wenn er nichts gegen seine Gewohnheit machen kann, warum sollte ich dann meine Gewohnheit  ändern? M e i n e Art zu handeln ist, anderen zu helfen. Ich ändere meine Handlungsweise nicht, und er ändert die seine nicht.".


(aus Gute Geschichten)

 

 

 

Ich sage euch wahrlich, euer Körper wurde nicht nur zum Atmen, zum Essen und Denken geschaffen, er wurde auch geschaffen, um in den heiligen Strom des Lebens einzutreten. Und eure Ohren, wurden nicht nur geschaffen, die Worte der Menschen zu vernehmen, den Gesang der Vögel und die Musik des fallenden Regens; sie wurden auch geschaffen, den heiligen Strom des Tones zu hören. Und eure Augen, wurden nicht nur geschaffen, den Aufgang und Untergang der Sonne zu sehen, das Geriesel der Getreidegarben und die Worte der heiligen Schriftrollen; sie wurden auch geschaffen, den heiligen Strom des Lichts zu sehen.
Eines Tages wird euer Körper zur Erdenmutter zurückkehren, sogar eure Ohren und Augen. Aber der heilige Strom des Lebens, der heilige Strom der Töne und der heilige Strom des Lichts – sie wurden niemals geboren und können niemals sterben.
Betretet die heiligen Ströme, auch jenes Leben, jenen Ton und jenes Licht, dass euch erschuf; auf das ihr im Reich des himmlischen Vaters ankommt und eins mit ihm werdet, so wie sich ein Fluss in das weit entfernte Meer ergießt.
Mehr kann nicht mehr gesagt werden, denn die Heiligen Ströme werden euch zu jenem Orte führen, an dem es keine Worte mehr gibt und selbst  die  heiligen  Schriftrollen können diese Geheimnisse nicht mehr festhalten.

(Evangelium der Essener)

 

 

Vom Sinn des Lebens

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen
Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines
Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte riesige
Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu
seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht
habe. Der Mexikaner antwortete: "Ein paar Stunden nur. Nicht
lange."

Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See
geblieben ist, um noch mehr zu fangen. Der Mexikaner sagte, die
Fische reichen ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu
versorgen.

Der Banker wiederum fragte: "Aber was tun Sie denn mit dem
Rest des Tages?" Der mexikanische Fischer erklärte: "Ich schlafe
morgens aus, gehe ein bisschen fischen, spiele mit meinen
Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen
eine Siesta, gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen
Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden.
Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben."

Der Banker erklärte: "Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte
Ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen
verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen.
Mit dem Erlös hievon wiederum könnten Sie mehrere Boote
kaufen, bis Sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen
Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik
verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik
eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb
selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf
verlassen und nach Mexiko-City oder Los Angeles und vielleicht
sogar New York City umziehen, von wo aus Sie dann Ihr
florierendes Unternehmen leiten."

Der Mexikaner fragte: "Und wie lange wird dies alles dauern?"
Der Banker antwortete: "So etwa 15 bis 20 Jahre."
Der Mexikaner fragte: "Und was dann?"
Der Banker lachte und sagte: "Dann kommt das Beste. Wenn die
Zeit reif ist, könnten Sie mit Ihrem Unternehmen an die Börse
gehen, Ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden.
Sie könnten Millionen verdienen."

Der Mexikaner sagte: "Millionen. Und dann?" Der Banker
sagte: "Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein
kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange
ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Enkelkindern
spielen, eine Siesta mit Ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren,
am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit Ihren Freunden
Gitarre spielen ... "

 

(Autor nicht bekannt)

 

 

 

Die Geschichte von den "Steineklopfern"

 

Drei Männer arbeiten in einem Steinbruch und klopfen Steine. Ein Spaziergänger kommt vorbei und fragt: "Was macht ihr da?"

Der erste antwortet: "Ich klopfe Steine."

Der zweite sagt: "Ich verdiene mir mit dieser Arbeit meinen Lebensunterhalt."

Der dritte sagt: "Ich helfe mit, einen Dom zu bauen."

 

(Autor nicht bekannt, Anfang Januar 2009 auf einem guten Seminar mit netten Leuten erstmals gehört)

 

 

 

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum. Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigenen und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorüber gezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens. Besorgt fragte ich den Herrn: "Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdeckte ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte ?" Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."

(M.F. Powers)

 

 

 

Eine kleine Geschichte:
 
 
Mein Freund öffnete eine Schublade der Kommode seiner Frau und holte daraus ein kleines Paket hervor, das in Seide eingewickelt war: 
„Dies ist nicht einfach ein Paket, darin ist feine Wäsche.“  Er betrachtete die Seide und die Spitze.
« Dies habe ich ihr vor 8 oder 9 Jahren in New York gekauft, aber sie hat es nie getragen. Sie wollte es aufbewahren, für eine besondere Gelegenheit. Nun ja, ich glaube jetzt ist der Moment gekommen. Er ging zum Bett und legte das Päckchen zu den anderen Sachen, die der Bestatter mitnehmen würde. Seine Frau war gestorben. Er drehte sich zu mir um und sagte: «Hebe niemals etwas für einen besonderen Anlass auf. Jeder Tag, den du erlebst, ist besonders! » Ich denke immer an seine Worte, sie haben mein Leben verändert. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger.
 Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße den Blick in die Natur, ohne mich am Unkraut im Garten zu stören.
Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und arbeite weniger. Ich habe begriffen, dass das Leben aus einer Sammlung an Erfahrungen besteht, die man zu schätzen wissen sollte. Außerdem schone ich nichts. Ich nehme die guten Kristallgläser jeden Tag, und ziehe meine neue Jacke zum Einkaufen im Supermarkt an, wenn mir danach ist. Ich hebe mein bestes Parfum nicht mehr für Festtage auf sondern trage es, wenn ich Lust habe. Sätze wie « irgendwann » und « eines Tages » werden aus meinem Vokabular verbannt. Wann immer es sich lohnt, will ich, was mir in den Sinn kommt, gleich sehen, hören und machen. Ich weiß nicht, was die Frau meines Freundes getan hätte, hätte sie gewusst, dass sie morgen nicht mehr da ist (ein Morgen, das uns viel zu sehr egal ist). Ich denke, sie hätte ihre Familie und enge Freunde angerufen. Vielleicht hätte  sie sich bei alten Freunden für einen Streit entschuldigt, der lange her war. Ich stelle mir gern vor, dass sie chinesisch essen gegangen wäre (zu ihrem Lieblings-Chinesen). Es sind die ganz kleinen nie getanen Dinge, die mich ärgern würden, wenn ich wüsste, dass meine Stunden gezählt sind. Ich wäre traurig, gute Freunde nicht mehr getroffen zu haben, mit denen ich schon so lange Kontakt aufnehmen wollte (… irgendwann, eben). Traurig, dass ich die Briefe nicht mehr geschrieben habe, die ich schreiben wollte « irgendwann, eben » .Traurig, dass ich meinen Lieben nicht oft genug gesagt habe, dass ich sie liebe. Inzwischen verschiebe ich nichts mehr, bewahre nichts für eine besondere Gelegenheit auf, was ein Lächeln in unser Leben bringen könnte. Ich sage mir, dass jeder Tag ein besonderer Tag ist. Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute ist besonders... 

 

(Tantra, dass Glück bringen und Wünsche erfüllen soll, wenn es zum Lesen weitergeleitet wird ;-)) !)

 

 

 

Was würdest du mit 86400 Euro tun?

Stelle dir vor, du hast bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:
Jeden Morgen, stellt dir die Bank 86400 Euro auf deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch dieses Spiel hat auch Regeln, so wie jedes Spiel bestimmte Regeln hat.

Die erste Regel ist: Alles was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir wieder weggenommen, du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86400 Euro für den kommenden Tag.
Zweite Regel: Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden, zu jeder Zeit kann sie sagen: Es ist vorbei. Das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues mehr.

Was würdest du tun??? Du würdest dir alles kaufen was du möchtest? Nicht nur für dich selbst, auch für alle Menschen die du liebst. Vielleicht sogar für Menschen die du nicht kennst, da du das nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest. Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen oder?

Aber eigentlich ist dieses Spiel die Realität: Jeder von uns hat so eine “magische Bank”. Wir sehen das nur nicht. Die magische Bank ist die Zeit. Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gutgeschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren, gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86400 Sekunden? Sind sie nicht viel mehr wert als die gleiche Menge in Euro? Also fang an, dein Leben zu leben!

 

 

(Unbekannter Autor)